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Aschner-Verfahren

Dem Wiener Arzt Bernard Aschner (1889-1960) ist die Wiederentdeckung des "Humoralmedizinischen Ansatzes" zu verdanken. Aschner war Dozent für Neurophysiologie und Gynäkologie in Wien. Er hat einige alte, schon vergessene Heilverfahren erforscht und in mehreren Büchern beschrieben. Dafür hat sich die Bezeichnung Humoraltherapie durchgesetzt; sie wird auch als "ausleitende Methoden" bezeichnet. Die Aschner-Verfahren dringen tief in die Ursachen der gestörten Selbstregulation des Organismus ein, denn sie setzen am System der Grundregulation an. Zu den Aschner-Verfahren gehören der Aderlass, die Baunscheidt-Therapie, die Blutegeltherapie und die Schröpftherapie.

Der Aderlass

Der Aderlass dient zur Entgiftung des Körpers nach der Methode der Hl. Hildegard von Bingen. Er ist auch ein Teil der ayurvedischen Medizin. Abgelagerte Stoffwechselendprodukte und lokale Stauungen können zur Ausscheidung geführt werden etwa zur Blutreinigung im Frühjahr. Der Organismus soll dadurch entlastet werden. Es gibt entsprechende Tage, die besonders geeignet sind für einen Aderlass, diese werden entsprechend berechnet. Nach der Pulsmessmethode kann man erkennen, ob der Körper im Zustand der angestauten Blutfülle ist. Dr. med. Bernhard Aschner stellte dazu fest, dass es nach einem Aderlass so wäre, als wenn eine große Last von einem genommen wäre.

Baunscheidt-Therapie

Im Jahr 1848 wurde dieses Verfahren durch Carl Baunscheidt erfunden. Er hatte an seiner rechten Hand Gicht und rheumatische Schmerzen. An einem Sommerabend während einer Mückenplage wurde seine kranke Hand von Mücken zerstochen. Zwar gab es juckende Pusteln auf der Hand, doch das Verwunderliche war, dass die rheumatischen Schmerzen verschwunden waren. Das Baunscheidt-Verfahren ahmt gewissermaßen die Mückenstiche nach. Mit einem Instrument mit vielen kleinen Nadeln, dem so genannten "Lebenswecker", und einem Hautreizöl erzeugt man großflächig Quaddeln auf der Haut. Das Öl soll dabei durchblutungsfördernd und stoffwechselaktivierend wirken.

Mit der Behandlung insbesondere im Bereich der Hautzonen mit korrespondierenden Organen erhält man zusätzlich den Effekt einer Reflexzonentherapie.

Blutegeltherapie

Die Blutegeltherapie ist ein ausleitendes Heilverfahren. Es wird seit tausenden von Jahren angewendet und spielt eine wichtige Rolle in der Medizin. Im Vordergrund der Blutegelbehandlung steht der gerinnungshemmende Wirkstoff Hirudin. Der Speichel des Blutegels enthält daneben noch weitere Wirkstoffe, die insgesamt bewirken, dass:

  • Entzündungen gehemmt werden,
  • die Wunde durch Nachblutung bis zu 12 Stunden lang gereinigt wird,
  • gestautes Blut besser abfließen kann und die Durchblutung verbessert wird,
  • der Lymphstrom angeregt wird und damit auch Ablagerungen mit ausgeschieden werden können.

Die schmerzstillende Wirkung von Blutegeln ist durch Studien belegt. Der Speichel wirkt antithrombotisch, sodass schon vorhandene Thromben (das ist ein Blutpfropf wie z. B. ein Blutgerinnsel) aufgelöst werden können und sich das Risiko für die Entstehung von Thrombosen vermindert. Aufgrund dieser vielfältigen Wirkungen werden Blutegel auch immer häufiger in der Schulmedizin eingesetzt.

Schröpftherapie

Das Schröpfen wurde schon um etwa 3000 v. Christus auf einem mesopotamischen Arztsiegel dargestellt. Die Schröpfglocke war damals das Emblem der Ärzte. Ebenso wie im indischen Ayurveda zählte das Schröpfen zu den therapeutischen Ausleitungsverfahren. Krank machende Stoffe sollen dadurch aus dem Körper entfernt werden.

Es wird unterschieden zwischen blutigem oder trockenem Schröpfen. Schröpfgläser, die erwärmt worden sind, werden auf bestimmte Hautareale, die Reflexzonen, gesetzt und erzeugen dann beim Abkühlen einen Unterdruck. Als Reflexzonen werden diejenigen Hautareale bezeichnet, die mit den inneren Organen in einer Wechselbeziehung stehen. Durch den Reiz soll das Immunsystem angeregt werden und es kann ausgleichend und stressvermindernd wirken.